Tadschikistan
7. Dezember 2017

Kirgisistan

Die Kirgisische Grenze befindet sich am Fuß des Kyzyl-Art Pass, 25 km vom Tadschikischen Posten entfernt in einem großen Tal auf 3200 metern höhe. Der Gegenwind auf der Passhöhe war schrecklich und hat mir den letzten nerv geraubt. Die Abfahrt war zügig, auch wenn die Straße weiterhin katastrophal schlecht war. Allerdings änderte sich die Natur relativ schnell. Ein paar meter hinter dem Pass wurde es sehr grün und die Hänge waren nun alle bewachsen. Auf dem Plateau war alles grau und trocken. Nun fand ich mich in grüner Natur wieder.
Zwischen den Grenzen gab es ein paar Häuser wo Menschen wohnten. Sogar ein Homestay für Radler die auf den Pass hochfahren. Ich frage mich in welchem Land diese Menschen leben, da es ja zwischen zwei Staatsgrenzen liegt.
Nachdem ich in Kirgisistan eingereist bin fing der Wind wieder an und blies mir durchgehend heftig ins Gesicht. So brauchte ich für die letzten 30 km über 4 Stunden und kam erst nach Einbruch der Dunkelheit in Sary Tash an.
Was eine Begrüßung. Alle waren sie da und konnten nicht fassen, dass ich die ganze Strecke bei diesem Wind an einem Tag geschafft hatte! Waren es doch knapp 120km.
Am nächsten Tag fuhren wir also in einer großen Gruppe los. Die letzten 200km bis Osh. Aber nochmal drei letzte Pässe lagen vor uns. Zwei direkt hintereinander direkt hinter Sary Tash, so ging es am nächsten Tag direkt mit großen Anstiegen weiter. Als wir oben auf dem zweiten Pass standen hatte ich damit 4 Passe über 3500 metern höhe in zwei Tagen geschafft. Ab jetzt ging es erstmal nur noch bergab. Auf der Abfahrt stellte ich einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf.
80km/h auf dem Fahrrad.
Leider fing danach ziemlich zügig wieder ein heftiger Gegenwind an und der Spaß des vielen bergabfahrens wurde sehr getrübt. Am Abend fanden wir einen super Zeltplatz. Mit sechs Zelten auf einem Platz sah es mehr nach einem Gruppenausflug aus, als nach Weltreise.
Am nächsten Tag stand der letzte Pass auf dem Programm. Ich war sehr unmotiviert, schon wieder stundenlang nur bergauf fahren. Dennoch kam ich bis 3km vor der Passhöhe bevor ein Autp von hinten hupte und Birgit auf der Ladefläche saß und mich einlud mitzufahren. Dieses Angebot nahm ich da gerne an und kürzte die letzten paar Höhenmeter ab.
An diesem Tag fuhren wir noch bis 50km vor Osh und schlugen sehr früh unsere Zelte auf.
Der nächste Tag ging es die letzten km abwärts bis Osh. Durch Rückenwind fuhren wir die Strecke in 90 minuten.
In Osh angekommen viel alle Anspannung von uns ab. Wir hatten es geschafft! Pamir Highway mit dem Fahrrad!! Das erste mal seit Wochen eine große Stadt mit großen Supermärkten und unbegrenzter Verfügbarkeit.
Das erste was wir taten, als wir ankamen war: Pizza essen. Egal ob es erst 10 Uhr morgens war. Nach Tagelangem Nudeln essen eine wahre Freude.
In Osh blieb ich zwei ganze Wochen. Der Herbst ist eingetroffen. Paul kam von seiner Kirgisistan Rundreise zurück und erzählte, dass es im Kirgisischen Hochland ziemlich kalt wurde und auch schon Schnee lag.
Ein paar Tagen Nachdem wir in Osh ankamen erreichte uns eine Nachricht von Daniel, Bas und Marc. Sie waren noch auf dem Pamir und sind über nacht komplett eingeschneit. Wir beendeten unsere Tour also grade in der richtigen Zeit.
Nach zwei Wochen beschloss ich mit Jaillen und Richard den beiden Piraten (weil sie von Aruba kommen, einer Insel in der Karibik) ein Taxi zu nehmen. Richards Fahrrad hat einen schaden, der nicht so leicht repariert werden kann und sie wollten von Bishkek nach Bangkok fliegen.
So nahmen wir ein Taxi nach Bishkek.
Berichte von anderen Radlern berichteten von einer schrecklichen Straße mit vielen Bergen und hohen Pässen auf denen teilweise schon Schnee lag.
Da ich nicht für kalte Temperaturen ausgerüstet bin war die Entscheidung sehr leicht. Mit Bas verabredete ich mich noch uns in Kasachstan zu treffen um gemeinsam die 700km bis Ürümqi in China zu fahren.
In Bishkek traf ich dann auch Celine und Jamie wieder. Allerdings blieb ich nur einen Tag. Ich wollte weiter nach Almaty in Kasachstan. Seit langer Zeit mal wieder alleine unterwegs sein für ein paar Tage.
Somit verlasse ich Kirgisistan nach knapp drei Wochen wieder. Wahrscheinlich werde ich eines Tages wiederkommen. Viele Reisende schwärmen von diesem Land und verbringen Monate hier. Aber China ruft mich!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*