Georgien
5. Dezember 2016
Iran I – Beginn einer wunderbaren Zeit
23. Dezember 2016

Armenien – Null Kilometer auf dem Rad

Khor Virap

„In Germany – Big problem. In Georgia – No problem!“

Die No problem Denkweise ist einzigartig, so war es kein Problem mein Fahrrad und alles Gepäck in den Bulli zu packen und mich nach Yerevan zu fahren.

Eine lange Fahrt durch wundervolle Gegenden erwartete mich. Armenien empfing mich mit viel Sonne aber auch viel Schnee in den Bergen. Atemberaubende Landschaften aber relativ hässliche graue Orte. Als wir Pause machten, merkte ich, dass es doch gut war den Bus zu nehmen. Es war sehr kalt draußen, das Radfahren hätte keinen Spaß gemacht.

Yerevan entpuppte sich als krasses Gegenteil zu den anderen Armenischen Städten, die wir durchquerten. Gut Entwickelt und schick anzusehen mit vielen Sehenswürdigkeiten. Hier blieb ich einige Tage, da ich das Visum für den Iran beantragen musste.

Zwischendurch noch einen Abstecher zum Kloster Khor Virap gemacht und sehr viel durch die Stadt gelaufen. Die Stadt ist berühmt für einen Unglaublichen Ausblick auf den Berg Ararat, nur leider hingen jeden Tag dichte Wolken über der Stadt und man konnte nur Umrisse sehen.

Als ich nach vier Tagen das Iranvisum glücklich in den Händen hielt, suchte ich wieder eine Fahrtgelegenheit nach Goris, etwa auf dem halben Weg zwischen Yerevan und der Iranischen Grenze. Der Kleinbus wollte mich leider nicht mitnehmen, aber ein Taxifahrer erklärte sich bereit, mich zum selben Preis wie der Bus nach Goris zu fahren. Diesmal wurde das Fahrrad einfach mit allem Gepäck auf das Autodach geschnürt und mit vielen weiteren Fahrgästen machten wir uns im vollkommen überladenen Auto auf den Weg. Diesmal hatte ich zum ersten mal wirklich Angst, dass wir nicht ankommen. Der Fahrer war ein Hobbyrennfahrer und wollte uns zeigen, wie schnell man Serpentinen fahren kann. Mein größtes Besorgnis war, dass sein Auto ein Japanimportfahrzeug war und daher ein Linkslenker war. In Armenien herrscht aber Rechtsverkehr, wie in Deutschland auch. So entschloss sich der Fahrer von nun an herrscht in Armenien Linksverkehr und fuhr komplett auf der Linken Seite der Fahrbahn. Leider teilten andere Autofahrer nicht seine Ansicht und so mussten wir immer mit heftiger Lenkbewegung wieder auf die rechte Seite der Straße ausweichen.

Nach sechs Stunden Fahrtzeit erreichten wir Goris, eine weitere graue Stadt, ohne besonders schöne Seiten. Trotzdem soll sich diese Stadt zum Armenischen Touristenort entwickelt. Die Stadt ist also im Aufbruch. Am nächsten Tag besuchte ich das Kloster Tatev. Dorthin gibt es eine relativ neue Seilbahn, die gleich die längste freischwebende Seilbahn der Welt ist. Mit fast 6 Km länge ist es eine beeindruckende Fahrt über eine riesige Schlucht. Anschließend wanderte ich in die Schlucht runter, wo ein Taxi schon auf mich wartete um mich zurück in die Stadt zu bringen.

Am nächsten Tag sollte es dann endlich zur Iranischen Grenze gehen. Der Weg dahin ist aber lang und ich musste trampen. Nach 2,5 stunden hielt endlich ein LKW, der mich zur nächsten Großen Stadt brachte, wo ich einen Minibus zur Grenze nehmen konnte. Es ging über viele Bergpässe mit wieder viel Schnee hoch und runter bis dann ein Fluss die weiterfahrt versperrte. Der Iranische Grenzfluss.

Auf der anderen Seite ist Iran. Was ein Gefühl! Andere Kultur und ein riesiges Land. So lange habe ich darauf gewartet. Mein Heimliches großes Ziel war erreicht. Die Nacht verbrachte ich noch im Armenischen Grenzort, der wie alle anderen auch nicht ganz ansehnlich war, bevor es am nächsten Tag über die Brücke in eine andere Welt ging.

 

1 Kommentar

  1. Peter Terzan sagt:

    Hey Tobi Bausch, du bist total verrückt.
    Aber: ich zieh den Hut voller Respekt und Erfurcht.
    Das ist eine total krasse Nummer die du da abziehst. Ich wünsche alles Gute und weiterhin Erfolg auf deiner Tour. Beste Grüße, Peter Terzan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*